The Engineer
Taswin, geb. 2008
Taswin wurde in Kapstadt geboren, unter Umständen, die kein Kind erleben sollte. Seine Mutter war drogenabhängig, als sie mit ihm schwanger war. Kurz nach seiner Geburt ließ sie ihn zurück. Aufgezogen wurde er schließlich von seiner Großmutter und seiner Familie.
Über seinen Vater weiß Taswin bis heute kaum etwas.
Er wuchs in Manenberg auf. Einem Stadtteil, der geprägt ist von Ganggewalt, Drogen und Perspektivlosigkeit. Schon als Kind gehörten Schüsse zum Alltag. Wenn rivalisierende Gangs aufeinandertrafen, wurde nicht gefragt, wer gerade auf der Straße war. Auch Kinder waren nicht automatisch sicher.
Mit 15 Jahren erlebte Taswin aus nächster Nähe eine Schießerei vor seinem Wohnblock. Steine flogen, Menschen schrien, Kugeln trafen Wände. Ein Mann wurde erschossen. Für viele wäre so ein Moment traumatisch genug für ein ganzes Leben – für Taswin war es Teil seiner Realität.
Oft konnte er tagelang nicht draußen spielen. Wenn geschossen wurde, blieben die Kinder in den Wohnungen.
Seine Familie – vor allem die Frauen in seinem Leben – gaben ihm Halt. Er wuchs überwiegend mit starken weiblichen Bezugspersonen auf. Sein Onkel unterstützte ihn besonders in seiner Leidenschaft für Fußball. Taswin lernte früh Respekt, Verantwortung und Zusammenhalt.
Seiner Mutter gegenüber empfindet er keinen Hass. Er hat ihr vergeben. Sie kämpft bis heute mit ihrer Sucht. Manchmal wünscht er sich, er könnte ihr eines Tages helfen, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Doch er weiß auch: Ein Kind sollte nicht die Verantwortung für seine Eltern tragen.
Der Glaube spielte in Taswins Leben immer eine große Rolle. Kirche und Gebet waren feste Bestandteile seiner Kindheit. Wenn es schwierig wurde, zog er sich zurück, betete und versuchte, seine Gedanken zu ordnen. Statt sich von der Gewalt um ihn herum anziehen zu lassen, entschied er sich bewusst dagegen.
„Ich wusste immer, dass das nicht mein Weg ist.“ und das Kennenlernen von Gregor und Marlies bestätigte ihm dies nur noch mehr.
Heute steht Taswin kurz vor seinem Schulabschluss.
Sein Lieblingsfach ist Wirtschaft. Besonders interessiert ihn jedoch Mechanik und Maschinenbau. Schon als Kind reparierte er Dinge, die kaputtgingen. Sein Traum ist es, Mechanical Engineering zu studieren – vielleicht später auf Schiffen zu arbeiten und die Welt zu bereisen. Deutschland steht ganz oben auf seiner Wunschliste.
Er weiß, dass der Weg nicht einfach wird. Universität bedeutet weitere Jahre harter Arbeit. Doch Taswin hat gelernt, Herausforderungen nicht auszuweichen. Er möchte das Beste aus den Chancen machen, die er bekommen hat – auch dank der Unterstützung von Kids Kapstadt.
Was ihn besonders auszeichnet, ist seine Haltung. Keine Bitterkeit. Keine Opferrolle.
Sondern der Wunsch, mehr aus seinem Leben zu machen.
Taswin ist der Beweis dafür, dass Herkunft nicht über Zukunft entscheiden muss.
Gemeinsam
Zukunft schaffen
Mit Deiner Spende ermöglichst Du:
– Schulplätze an besseren Schulen
– Schulmaterialien, Uniformen & Mahlzeiten
– Mentoring & emotionale Unterstützung
Hilf mit,
Chancen zu schaffen!
Du überwinterst &
willst zurückgeben?